
Der Bundesrat will die Mindestfranchise in der Grundversicherung erhöhen. Wer sich für die tiefste Franchise entscheidet, soll künftig mindestens 400 Franken pro Jahr selbst zahlen, bevor die Krankenkasse Kosten übernimmt. Der Bundesrat hat die entsprechende Gesetzesänderung in die Vernehmlassung geschickt. Die Massnahme soll dazu beitragen, die Gesundheitskosten zu bremsen. In unserer Kommentarspalte steht jedoch eine andere Frage im Zentrum: Werden die Kosten wirklich gesenkt oder einfach abgewälzt?
Leser Georg Stamm sieht in der Erhöhung keine echte Sparmassnahme. «Neue Sparregelungen nützen nichts, wenn sie nicht kontrolliert werden. Die Erhöhung der Mindestfranchise ist demgegenüber nur eine Kostenverlagerung zum Patienten. Mit Einsparungen hat das nichts zu tun.»
Auch Walter Negro kritisiert den Entscheid vehement. Für ihn liegt das Problem nicht bei den Versicherten, sondern im System. «Die kranke Bevölkerung wird genauso oft zum Arzt gehen müssen, nur danach wird sie zum Leben weniger Geld zur Verfügung haben. Viele Familien können sich die monatlichen Krankenkassenprämien nicht mehr leisten.»
