
Verbote helfen nicht
Erkennt man solche Alarmsignale, sollte man das Gespräch mit dem Kind suchen und ihm seine Beobachtungen mitteilen. Gemäss Stefanie Rietzler könnte eine Konversation beispielsweise wie folgt aussehen: «Gell, dir ist ganz wichtig, dass Emily dich mag?» Dabei sollte man vorwurfsfrei und neutral bleiben. In einem zweiten Schritt könne man dem Kind den Zwiespalt bewusst machen: «Ich habe das Gefühl, Emily ist es sehr wichtig, den Ton anzugeben und dich für sich allein zu haben. Wie siehst du das?» Dann darf man direkt fragen: «Gibt es Momente, in denen du dich unwohl fühlst?» Ist das der Fall, könnte man gemeinsam Handlungsmöglichkeiten für weitere schwierige Situationen überlegen. «Wichtig ist, dass die Kinder selbst erkennen, dass ihnen die Beziehung nicht guttut – und nicht in die Not kommen, sich vor den Eltern rechtfertigen zu müssen.» Keine gute Idee sei es, Freundschaften zu verbieten. Dies könnte den Effekt haben, dass «das Verbotene» noch anziehender wird und sich die Kinder oder Jugendlichen heimlich treffen. Besser ist es, Kinder in toxischen Freundschaften auf folgende Weise zu unterstützen: